Wir sind eine unabhängige Gemeinschaft engagierter BürgerInnen, deren Anliegen die Umwelt und ein gutes Zusammenleben in unserer Gemeinde sind. Bereits seit 30 Jahren gilt unser Einsatz einer sozial und ökologisch ausgerichteten Entwicklung Baiersbronns, die auch zukünftigen Generationen eine wertvolle, intakte Lebensbasis und Heimat bieten soll.
Wir wohnen hier. Sie finden uns im Gemeinderat (vertreten mit Friederike Schneider, Dr. Beate Schaible und Dr. Lutz Wäckers), im Ortschaftsrat, im Bezirksbeirat, auf dem Markt, im Freundeskreis Asyl und der Kleiderkammer, beim Fleckafescht, der Dorfputzete, bei der Erhaltung von Streuobstwiesen und historischer Bausubstanz, in Planungsgremien, bei Live-Konzerten, Kulturgestaltung und -förderung, beim Einkaufen, bei der Arbeit, mit unseren Kindern, Eltern und Enkeln ...
Wir beschäftigen uns mit Details und Alternativen und versuchen trotzdem, den Überblick zu behalten. Und nicht aus Prinzip, sondern mit Menschlichkeit und Augenmaß für die tägliche Umwelt in unserer Heimat Baiersbronn.
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Wir freuen uns über Kontakt bei Interesse, Fragen und sonstigen Anliegen!
Direkt per Mail: bub@buergeraktion-umwelt-baiersbronn.de
Hier gibt's unsere letzte Infobroschüre als PDF – mit allen Kandidaten für die Gemeinderatswahl am 09. Juni 2024!
Und dazu das Presseecho: https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.gemeinderatswahl-in-baiersbronn-bub-hat-alle-listenplaetze-besetzt.a7e87b82-c330-4297-81bb-bcaddb16462e.html
Hier die aktuelle Haushaltsrede:
Baiersbronn, 24.02.2026, Friederike Schneider-Reif
Haushaltsrede 2026 BUB
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Ruf, liebe Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat, werte Bürgerinnen und Bürger,
Wir sind ein Ort, an dem Zukunft entsteht
Es gibt Momente, in denen man innehält und sich fragt: Wozu macht man das eigentlich alles? Wozu braucht es einen Haushalt? Wozu ist ein Gemeinderat da? Wieso gibt ist eine Gemeindeverwaltung?
Die naheliegende Antwort lautet: um die Dinge des alltäglichen Lebens zu regeln. Straßen, Kanäle, Schulen, Kindergärten. Das stimmt. Aber ist das alles? Lassen sie uns nochmal kurz nachdenken. Denn dann kommen wir auf eine viel weitreichendere Antwort: Das alles ist da, weil das hier der Ort ist, an dem Gesellschaft wirklich stattfindet.
Hier in Baiersbronn gibt es etwas, das es wert ist, bewahrt und entwickelt zu werden. Ich glaube, das spüren die meisten Menschen in diesem Raum. Unabhängig von Fraktion und Parteibuch. Baiersbronn ist kein abstraktes Verwaltungsgebiet. Es ist ein Zuhause. Und die Frage, die uns manchmal trennt, ist nicht, ob oder wie sehr wir Baiersbronn lieben – sondern was wir denken, was das Richtige für unsere Gemeinde ist.
Die großen Fragen – Klimawandel, Artensterben, soziale Gerechtigkeit – sind nicht nur eine Sache übergeordneter Politik. Sie können es nicht allein sein. Denn am Ende jeder globalen Strategie steht ein Hektar Land, ein Bach, ein Wald, ein Mensch. Und dieser Boden, dieser Bach, dieser Wald und diese Menschen – das ist Baiersbronn.
Der Philosoph Hans Jonas hat einmal formuliert, dass die Zukunft ein moralischer Anspruch an die Gegenwart ist. Wir haben in diesem Rat nicht nur den Auftrag, das Heute zu verwalten. Wir haben den Auftrag, das Morgen zu gestalten.
In diesem Geiste bringt die Fraktion BUB hiermit ihre Haushaltsrede ein.
Ein Haushalt unter Druck – und was wir daraus machen
Lassen Sie mich kurz in Zahlen sprechen:
Der Haushalt 2026 wurde mit einem Negativergebnis eingebracht. Den Erträgen von rund 50,6 Millionen Euro stehen Ausgaben von rund 51,4 Millionen Euro gegenüber – ein Fehlbetrag von 822.000 Euro, immerhin geringer als der vom Vorjahr. Für 2026 ist keine Neuverschuldung vorgesehen, während Investitionen von 9 Millionen Euro geplant sind. Diese Zeichen deuten auf eine leichte Verbesserung der Haushaltslage hin – das ist erfreulich und sollte uns motivieren.
Wir nehmen diese Zahlen ernst. Sparsamkeit ist keine schlechte Tugend. Aber – und das ist entscheidend – es kommt darauf an, wo gespart wird und in was investiert wird.
Wer beim Klimaschutz spart, spart an der Zukunft. Wer beim Naturschutz spart, spart an der Grundlage allen Wirtschaftens. Wer beim Sozialen spart, spart an der Menschlichkeit dieser Gemeinde.
Es ist einer der hartnäckigsten Irrtümer unserer Zeit, Ökologie und Ökonomie als Gegenspieler zu verstehen. Die Ökonomie ist die Verwaltung des Hauses. Die Ökologie ist das Haus selbst. Wer das Haus demoliert, kann es nicht mehr verwalten. Wer unsere natürlichen Lebensgrundlagen zerstört, zerstört damit auch die Basis jedweder Wirtschaft. Das ist keine grüne Ideologie. Das ist Logik.
Wir fordern deshalb: Jede Investitionsentscheidung in diesem Rat muss die Frage stellen – was kostet sie ökologisch? Und was kostet es uns, wenn wir sie nicht treffen?
Wenn wir unser Leben lebenswert erhalten wollen, müssen wir bereit sein, Einschränkungen zu akzeptieren und Veränderungen mitzutragen. Das klingt zunächst paradox: Einschränkung als Bedingung für Lebensqualität? Aber der Widerspruch löst sich auf, sobald man ihn zu Ende denkt. Denn wer seine Lebensgrundlagen zerstört – seinen Boden, sein Wasser, seine Luft, seine Artenvielfalt – der schränkt sich, seine Kinder und Enkelkinder am Ende drastisch ein, sowohl was die Entscheidungsfreiheit aber auch die Lebensqualität betrifft. Wer heute nichts verändern will, wird morgen sehr viel weniger haben. Die eigentliche Freiheit liegt nicht im „so haben wir es schon immer gemacht“. Sie liegt darin, rechtzeitig zu entscheiden, was wirklich zählt – und was wir dafür loszulassen bereit sind. Das ist kein Verzicht. Das ist Vernunft. Und es ist eine Form von Freiheit, die wir zumindest im Moment noch haben.
Der Weltblick: Weil das hier nicht im luftleeren Raum geschieht
Draußen brennt es und das ist keine Metapher.
Die vergangenen Jahre haben uns Hitzewellen gebracht, Dürresommer, Waldbrände in Mitteleuropa, Artensterben in einem Tempo, das Biologen mit der letzten Massenaussterbewelle vor 66 Millionen Jahren vergleichen.
Angesichts all dessen wächst auch das Gefühl der Ohnmacht. Was kann eine Gemeinde mit 15.000 Einwohnern im Schwarzwald schon ausrichten? Was bedeutet ein winziger Tropfen in einem großen Ozean? Aber - was ist ein Ozean, wenn nicht die Gesamtheit vieler einzelner kleiner Topfen?
Und deshalb ist die Frage, die sich dieser Rat bei jeder Sitzung stellen sollte: Wie wollen wir leben? Und wie wollen wir, dass unsere Kinder und Enkelkinder hier leben?
Konkrete Anträge der BUB:
Der kommunale Pflanzenkohlemeiler – Zukunft mit historischen Wurzeln
Wir stellen heute den Antrag, die Machbarkeit eines kommunalen Pflanzenkohlemeilers in Baiersbronn zu prüfen und erste Planungsmittel in den Haushalt aufzunehmen.
Wer in Baiersbronn lebt und mit dem Ort verbunden ist, kennt die Geschichte der Köhlerei. Jahrhundertelang haben Menschen in diesem Tal Holz zu Kohle verwandelt. Die Köhlerei prägte dieses Tal und ist Teil unserer kollektiven Identität.
Was die Köhler von einst nicht wussten: Sie produzierten ein Material, das heute zu einer der vielversprechendsten Technologien im Kampf gegen den Klimawandel gehört. Pflanzenkohle bindet Kohlenstoff dauerhaft im Boden. Sie entsteht durch thermische Karbonisierung von Biomasse wie unbehandeltem Holz, Hecken- und Grünschnitt. Durch ihre poröse Struktur kann sie Wasser und Nährstoffe speichern und Schadstoffe binden. Gerade in Zeiten zunehmend trockener Sommer ist dies ein echter Gewinn für unsere Böden.
Wie stellen wir uns die Umsetzung vor? Es braucht keine Großanlage, keine industrielle Infrastruktur, sondern eine kleine dezentrale Pyrolyseinheit, die den Grünschnitt und anderes Landschaftspflegematerial von Bürgerinnen und Bürgern, Landwirten und der Gemeindebetriebe vor Ort zu Pflanzenkohle verarbeitet. Die entstehende Kohle wird dann kostenlos oder günstig an Landwirte, Gärtner und die Gemeinde selbst weitergegeben – als Bodenverbesserer, der Wasser speichert, Nährstoffe hält und den Boden langfristig belebt. Nicht zuletzt können die Einwohner und Hoteliers ihre Grillkohle aus der gemeindeeigenen Produktion beziehen. Eine solche Anlage sehen wir als einen sinnvollen öffentlichen Service, ähnlich dem der mobilen Obstpresse.
Eine solche Anlage könnte Baiersbronn in eine bundesweite Vorreiterrolle bringen – eine Gemeinde, die ihre historische Köhlertradition in eine Klimaschutzmaßnahme des 21. Jahrhunderts überführt. Das ist auch touristisch erzählbar. Das ist Identität und das ist unsere Natur.
Unser Antrag: Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung, unter Prüfung möglicher Fördermittel die Machbarkeit einer kleinen kommunalen Pyrolyseinheit für die Herstellung von Pflanzenkohle aus lokalem Grünschnitt zu prüfen – mit dem Ziel, die entstehende Kohle der Landwirtschaft, den Gartenbesitzern und dem Gemeindegebrauch zur Verfügung zu stellen. Der Fachverband German Biochar e.V. sowie unter anderen das Beispiel Kastanienhof Bodelshausen können dabei als Orientierung dienen – nicht zuletzt verweisen wir auf den uns allen bekannten Fachmann aus den eigenen Reihen.
- Feuerwerksfreie Zonen – weil „Tradition“ kein Argument für Schaden ist
Kommen wir zu einem Thema, das auf den ersten Blick klein und nervig erscheint und auf den zweiten Blick sehr viel über unsere Werte sagt: Das Silvesterfeuerwerk.
Lassen Sie mich die Fakten nennen:
In Deutschland werden jährlich rund 2.050 Tonnen Feinstaub allein durch Feuerwerk freigesetzt – das Umweltbundesamt hat diese Zahl dokumentiert. Der WHO-Grenzwert für Feinstaub wird in der Silvesternacht durchschnittlich um das Zwanzigfache überschritten. Am ersten Januar ist die Feinstaubbelastung vielerorts so hoch wie sonst an keinem einzigen anderen Tag im Jahr.
Jährlich erleiden laut Deutschem Ärzteblatt rund 8.000 Menschen allein durch Feuerwerkskörper Verletzungen des Innenohrs – häufig mit dauerhaften Hörschäden. Notaufnahmen verzeichnen am Neujahrstag dreimal so viele Behandlungen wie an normalen Tagen. In Berlin brannten an einem einzigen Neujahrsmorgen rund 400 Gebäude.
Und die Tiere? Vögel steigen nachts in Tausenden zu unnatürlichen Höhen auf und verlieren wertvolle Winterenergie und ihre Orientierung – Radarauswertungen aus den Niederlanden belegen das eindrücklich. Säugetiere erleiden Gehörschäden und/oder brechen sich Gliedmaßen. Winterschläfer werden aufgeweckt. Tote und verletzte Tiere nach Silvester sind keine Ausnahme – sie sind Regel.
Und dann sind da noch die Menschen, über die zu selten gesprochen wird. Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen – sie erleben die Silvesternacht nicht als Feier. Sie erleben sie als Albtraum. Auch in Baiersbronn leben solche Menschen. Sie verdienen unsere Rücksicht.
Die gesellschaftliche Meinung hat sich bereits gedreht: Rund 60 Prozent der Deutschen sprechen sich in repräsentativen Umfragen gegen das private Feuerwerk aus, darunter Erhebungen von YouGov, RTL/ntv und INSA. Die Niederlande haben zum Jahreswechsel 2026/2027 ein landesweites Verbot privater Feuerwerke der Kategorie F2 beschlossen.
Was bleibt also als Argument für das Feuerwerk? Tradition. Gewohnheit. Und das subjektive Erleben von Freude. (Dabei ist privates Feuerwerk eine Entwicklung, die erst auch dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt hat)
Wir respektieren dieses Erleben. Aber Tradition ist keine moralische Währung. Vieles war lange Tradition, was wir heute zu Recht aufgegeben haben. Und Freude, die auf Kosten von Schmerz und Tod geht, ist keine Freude, die wir als Gemeinde unkommentiert lassen sollten.
Wir fordern deshalb als Kompromiss einen Tausch: privates Feuerwerk abschaffen, dafür ein gemeinsames, kommunal organisiertes Feuerwerk – vielleicht gar eine Drohnen- oder Lasershow - einführen. An einem geeigneten Ort, professionell durchgeführt, zeitlich begrenzt. Weniger Schaden. Mehr Kontrolle. Mehr Rücksicht. Mehr Gemeinschaft.
Das ist kein Angriff auf Tradition. Das ist ihre Weiterentwicklung. Verantwortung statt Gleichgültigkeit.
Unser Antrag: Der Gemeinderat spricht sich für ein Verbot privater Feuerwerke im Gemeindegebiet Baiersbronn aus und beauftragt die Verwaltung, parallel dazu ein Konzept für ein jährliches, kommunal organisiertes Silvesterevent an einem geeigneten, natur- und anwohnerverträglichen Standort zu erarbeiten.
Wofür wir uns außerdem einsetzen:
Fußgänger-Check für Baiersbronn
Baden-Württemberg ist bundesweiter Vorreiter bei der Förderung des Fußverkehrs. Seit 2015 wurden über 100 Fußverkehrs-Checks in Kommunen des Landes vom Verkehrsministerium gefördert – in Workshops und Begehungen entwickeln Bürgerinnen, Verwaltung und Politik gemeinsam Ideen für sichere und attraktive Fußwege. Für die ausgewählten Kommunen trägt das Land die Kosten vollständig. Das Programm ist etabliert, erprobt und kostet die Gemeinde nichts – außer dem Willen, einen Antrag zu stellen. Eine Fachjury hat zuletzt 15 Kommunen für die Teilnahme an den Fußverkehrs-Checks 2025 ausgewählt. Wir fordern, dass die Gemeindeverwaltung in 2026 einen Antrag auf Teilnahme am nächsten Fußverkehrs-Check-Zyklus stellt. Es geht dabei nicht nur um Gehwege. Es geht um Schulwege. Um ältere Menschen. Um Barrierefreiheit. Um die Qualität unserer Ortskerne, ganz speziell in unseren Teilorten, die nicht in den Genuss einer Sanierung der Wege in Vorbereitung der Gartenschau gekommen sind.
Bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende
Baiersbronn lebt von seinen Betrieben – vom Hotel über das Handwerk bis zur Pflege. Diese Betriebe brauchen Fachkräfte. Doch wer heute eine Ausbildung beginnt und nicht im elterlichen Haus wohnt, steht vor einem ernsten Problem. Die Mietpreise im Murgtal sind gestiegen. Azubi-Gehälter sind begrenzt. Wir fordern deshalb in einem ersten Schritt eine Erhebung: Wie viele Auszubildende in Baiersbronner Betrieben suchen derzeit Wohnraum? Was kostet dieser? Was könnten sie zahlen? Auf Basis dieser Daten soll in einem zweiten Schritt gemeinsam mit Betrieben, Wohnungsbaugesellschaften und der Verwaltung nach geeignetem Wohnraum gesucht werden – ob Neubau, Umwidmung oder Leerstandsnutzung. Wir sind bereit, diesen Prozess aktiv zu begleiten.
Leerstand in den Ortskernen – Zeit für eine Arbeitsgruppe
Wer durch den Ortskern von Baiersbronn geht, sieht es: Leerstehende Schaufenster, geschlossene Läden, Fassaden, die auf bessere Zeiten warten. Das ist kein lokales Phänomen, aber es ist auch keine Naturgewalt. Wir schlagen vor, eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Gemeinderat, Verwaltung, Gewerbetreibenden und engagierten Bürgerinnen und Bürgern einzusetzen, die den Leerstand erfasst, Ursachen analysiert und konkrete Handlungsoptionen entwickelt.
Intelligente Straßenbeleuchtung – „Licht nach Bedarf" als Pilotprojekt
Die geplante Umstellung der Straßenbeleuchtung in unserem Teilort Mitteltal auf LED ist begrüßen wir sehr und möchten noch etwas mehr:
Die Stadtwerke Tübingen zeigen, was möglich ist: ihr Konzept „Licht nach Bedarf" kombiniert energiesparende LED-Lampen mit Bewegungssensoren und drahtloser Netzwerkanbindung – die Lampen leuchten im Grundbetrieb auf nur rund zehn Prozent ihrer Leuchtkraft und dimmen automatisch hoch, sobald ein Sensor Bewegung erkennt. Das Ergebnis ist beeindruckend: Der Strombedarf der Straßenbeleuchtung in Tübingen soll damit von rund drei Millionen auf unter eine Million Kilowattstunden pro Jahr sinken. Das sind zwei Drittel weniger Strom – und weniger Kosten. Hinzu kommt: Pro Lampe ergibt sich eine Einsparung von rund 200 bis 240 Kilowattstunden pro Jahr.
Aber es geht nicht nur um Strom und Geld. Es geht auch um Lichtverschmutzung – ein ökologisches Problem, das wir im Schwarzwald ernst nehmen müssen. Nachtaktive Insekten, Fledermäuse, Vögel: Sie alle werden durch dauerhaftes, grelles Kunstlicht in ihren Lebensrhythmen gestört. Intelligentes Licht, das nur dann leuchtet, wenn es wirklich gebraucht wird, könnte deshalb auch ein Beitrag zum Natur- und Artenschutz sein.
Wir fordern deshalb: Die anstehende LED-Umstellung in Mitteltal soll nicht als reine Routinemaßnahme abgehandelt werden. Wir beantragen, dass die Gemeindeverwaltung prüft, ob die Umrüstung als Pilotprojekt für ein „Licht nach Bedarf"-System nach Tübinger Vorbild umgesetzt werden kann – mit dem Ziel, bei Erfolg sukzessive auf weitere Teilorte auszuweiten.
Unsere Friedhöfe – Kulturdenkmale, die wir schützen müssen
Friedhöfe sind keine Restflächen. Sie sind Kulturdenkmale – steinerne Archive der Geschichte eines Ortes. Wer durch den Friedhof in Baiersbronn, in Klosterreichenbach oder in Hesselbach geht, liest Geschichte. Das Grabdenkmal der Familie Leins in Hesselbach, das Grammelsche Denkmal in Klosterreichenbach. Das sind Zeugnisse einer Baukultur, die unwiederbringlich verloren gehen, wenn wir nicht handeln. Dass Friedhöfe als Teil der Baugeschichte einer Region inzwischen auch überregional Aufmerksamkeit erhalten – etwa im Rahmen von Dokumentationen zur Repräsentation historischer Baukultur, wie zuletzt beim Ravensburger Friedhof – zeigt: Dieses Thema hat Gewicht.
Wir fordern deshalb, dass die Friedhofssatzung der Gemeinde Baiersbronn überarbeitet wird. Nach Ablauf der gesetzlichen Ruhezeit dürfen historisch und kulturell bedeutsame Grabstätten nicht einfach aufgelöst werden. Die Satzung muss Regelungen schaffen, die den Erhalt solcher Gräber möglich macht. Und dabei soll der Gestaltungsbeirat der Gemeinde eingebunden werden – sowohl bei der Identifizierung erhaltenswerter Denkmale als auch bei Fragen der würdevollen Neugestaltung von Friedhofsbereichen. Der Gestaltungsbeirat ist dafür genau das richtige Gremium.
In diesem Zusammenhang wollen wir kurz erwähnen, dass die Fraktion BUB voll und ganz hinter der Arbeit des Gestaltungsbeirats steht. Gute Architektur und durchdachte Ortsbildpflege sind keine Luxus, sondern Identität. In einer Gemeinde wie Baiersbronn, die vom Tourismus lebt und deren Landschaft und Ortsbild ein Kapital ist, darf der Gestaltungsbeirat nicht gebremst, sondern muss gestärkt werden. Wir wünschen uns, dass seine Arbeit auch in Zukunft große Rückendeckung aus diesem Gremium erhält.
Beirat Wald und Klima – mehr Frequenz, mehr Themen
Ein Wunsch, den wir bereits im vergangenen Jahr geäußert haben und heute erneuern: Der Beirat Wald und Klima soll häufiger tagen. Die Themen, die er zu bearbeiten hat, werden nicht weniger – sie werden mehr. Wir wünschen uns ausdrücklich, dass der Beirat seinen Blick weitet: auf landwirtschaftliche Fragestellungen, auf naturschutzfachliche Themen, auf die Schnittstellen zwischen Forstwirtschaft, Landnutzung und Biodiversität.
Klimaschutz ist nicht die Kür. Er ist Pflicht
Schluss: Was Kommunalpolitik bedeutet
Meine Damen und Herren, lassen Sie uns nun noch einmal kurz innehalten und etwas anerkennen, das größte Anerkennung verdient: Die Gartenschau - unser Tal X. Ein riesiger Erfolg – nicht nur als Veranstaltung, sondern ganz besonders als Gemeinschaftserlebnis. Sie hat Menschen zusammengebracht, den Ort ins Licht gerückt und gezeigt, was Baiersbronn kann, wenn es sich auf seine Stärken besinnt: Natur, Landschaft, Zusammenhalt und Einfallsreichtum. Dieser Geist sollte nicht mit dem Ende der Schau verpuffen. Er ist ein Auftrag für alles, was wir hier entscheiden.
Und nun – fast am Ende meiner Ausführungen – möchte ich noch einmal dorthin zurückkehren, wo ich begonnen habe und fragen:
Was ist eine Gemeinde?
Sie ist die kleinste Einheit, in der Menschen die Welt gestalten können. Der Ort, an dem ein Beschluss nicht auf dem Papier bleibt, sondern lebendig wird. Ein Ort an dem man sieht, was entschieden wurde – oder eben nicht.
Es gibt einen Satz, der mir in diesem Zusammenhang in den Kopf kommt. Er stammt nicht von einem Philosophen oder Ökonomen – er ist ein altes indigenes Prinzip, das in vielen Kulturen auf ähnliche Weise überliefert ist: Entscheide nichts, ohne dabei an die sieben Generationen zu denken, die nach dir kommen. Sieben Generationen. Das sind etwa 175 Jahre. 175 Jahre in die Zukunft zu denken – das überfordert uns im Alltag. Aber vielleicht müssen wir es gar nicht so weit denken. Vielleicht reicht es, an die Menschen zu denken, die in dreißig Jahren hier leben werden. Die dann durch unsere Wälder gehen. Die dann an diesem Fleckchen Erde aufwachsen – mit dem, was wir ihnen hinterlassen haben.
Was für ein Baiersbronn wollen wir hinterlassen?
Die Fraktion BUB bedankt sich bei der gesamten Verwaltung für ihren Einsatz und stimmt dem Haushalt zu – im Vertrauen darauf, dass unsere Anträge gehört und ernsthaft diskutiert werden. Im Vertrauen darauf, dass dieser Gemeinderat mehr sein will als ein Verwaltungsapparat. Im Vertrauen darauf, dass Baiersbronn eine Gemeinde ist, die weiß: wir haben diesen wunderbaren Ort nicht geerbt. Wir haben ihn geliehen – von unseren Kindern.
Vielen Dank.
Wir haben Ideen:
- Kulturzentrum mit Trägerverein für Jung & Alt mit Mediathek, Give-Box, Live-Musik, Strickrunde, Ausstellungsflächen für Kunst (...)
- Beim Hochwasserschutz einplanen: Naturnahe Rückhaltebecken und Überschwemmungsflächen, aktive Vermeidung von Flächenversiegelung und Entwässerung
- Familienbonus und Unterstützung bei barrierefreien Altbau-Sanierungen
- Bachläufe renaturieren, offene Verbindungen zwischen Flüssen und Bächen wieder herstellen
- Bezahlbarer Azubi-/Studenten-Wohnraum
- Dezentrale Wind- und SolarInitiativen-Förderung, Nahwärmeversorgung, wo sinnvoll
- Attraktive Jobtickets für Gemeindemitarbeiter und E-Bikes für Firmenangestellte fördern
- Wildblumenwiesen, wo immer möglich; Obstbäume statt Ziersträuchern auch auf öffentlichen Flächen
- Eine betreute Wohnraum-Börse
- Gegen Flächenverbrauch und Zersiedelung: Hilfestellung und Förderungsmöglichkeiten den Leerstand-Eigentümern aktiv anbieten, bei Neubau Mehrgenerationenprojekte bevorzugen
- Wald- oder Bauernhof-Kindergarten
- Das Jugendforum als regelmäßige Einrichtung
- Boulderhalle zum Klettern
- Bei der Breitband-Digitalisierung mit berücksichtigen: Medizinische Versorgung und Home Office
- Gratis Laubsäcke zur Entsorgung
- Nutzungsvorgaben für Bauträger seitens der Gemeinde (z.B. Vorkaufsrecht für Baiersbronner)
- Senioren-Ruftaxi
- Sozialer Wohnungsbau mit Gründung einer gemeinnützigen Baiersbronner Wohnbaugenossenschaft
- Haben Sie noch bessere Ideen, die wir vertreten dürfen?
Wir haben Fragen:
- Was für ein Umfeld brauchen Baiersbronner Firmen, um Nachwuchs langfristig binden zu können?
- Welche Standortvorteile kann Baiersbronn ergänzen oder ausbauen?
- Artenvielfalt fördern durch extensivere Bewirtschaftung von Wald, Feld und Garten – denkbar durch Unterstützung von lokalen Initiativen?
- Wie ist die Gemeinde auf den Klimawandel und damit möglichen Wassermangel vorbereitet?
- Wäre eine Baumschutzverordnung sinnvoll, um z.B. auch Wahrzeichen, Landmarken und Schattenspender klassifizieren und schützen zu können?
- Wie ist die Nationalpark-Anbindung mit dem ÖPNV am sinnvollsten?
- Könnten familienfreundliche, übergreifende Lösungen besser erfragt und bedarfsgerecht geplant werden?
- Welche Art von (Neu-)Unternehmen sollten gezielt angesiedelt oder gefördert werden?
- Wie wollen wir das Grünprojekt 2025 umsetzen – mit langfristigem Nutzen für Baiersbronner Bürger?
- Wir möchten Baiersbronn voranbringen, was fällt Ihnen Wünschenswertes oder / und eher Dringendes aus Ihrem Umfeld dazu ein?
- Was würde Sie stolz machen, in Baiersbronn zu wohnen?
Das waren unsere Veranstaltungen:
Der Knaller! Kommt und feiert mit!
„The Uplifters – Open Air Konzert“
Sonntag, 02.06.2024, 15 Uhr, Naturbad Mitteltal
Schweißtreibende Tanzmusik, zwei wundervolle Sängerinnen, dynamische Bläser, treibende Beats - das alles in Verbindung mit einer kunstvollen Mischung aus Ska, Reggae, Pop und Jazz, bringen die Uplifters auf die Bühne und ins Publikum.
Durch ihre jahrzehntelange Live-Erfahrung kennen sie die richtigen Zutaten, um uns aus dem Alltag zu reißen und zum Tanzen zu bringen … let’s have a Party!
Die BUB Baiersbronn und das Naturbad Mitteltal freuen sich auf die Band und die Gäste – der Eintritt ist frei!
Ebenso ist für eventuelle Wetterkapriolen gesorgt – ein großes Zelt steht bereit, aber die Wettervorhersage für nächsten Sonntag sieht toll aus – wir freuen uns auf ein einmaliges Event. Weitersagen!!!

Live-Vortrag und Diskussion zum Thema
„Mensch & Natur – Eine Beziehung und ihre Grenzen“
am Donnerstag, den 16. Mai 2024 um 19.30 Uhr im Rosensaal, Baiersbronn
Der Referent, Moritz Franz-Gerstein, ist Tierarzt und MBA, war im Wildtiermanagement und Naturschutz tätig und ist als Amtstierarzt beim Land Baden-Württemberg beschäftigt.
Ebenso lehrt er als Dozent am Campus of Finance an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) im MBA-Studiengang.

Eine Krise neben der anderen: Kriege, Klimawandel, drohende Nahrungsmittelknappheit, Biodiversitätskrise, Pandemie, Inflation. Diese vom Mensch verursachten Probleme beschäftigen viele von uns aktuell sehr. Ein Teil dieser Krisen entspringt aus der Beziehung von Mensch und Natur. Der Mensch hat sich über Jahrtausende als Teil der Natur entwickelt. Durch Kreativität, Kooperation und Technologie sind wir inzwischen aber nicht nur Teil der Natur, sondern nehmen auch weltweit Einfluss auf diese. Klimawandel und Biodiversitätskrise sind beispielsweise sichtbare Belege dafür, dass unser Einfluss auch für uns selbst zum Problem wird. Welche Ursachen und Zusammenhänge kennen wir in Bezug auf die Krisen in unserer natürlichen Umwelt? Was müsste sich ändern, um Biodiversitätskrise und Klimawandel zu bremsen?
Live-Vortrag und Diskussion zum Thema
„Saubere Revolution 2030 in Energie, Landwirtschaft & Verkehr“
am Mittwoch, den 1. Mai 2019 um 17.30 Uhr im Rosensaal, Baiersbronn
Der Referent, Professor Dr. rer. nat. Daniel Kray ist Diplom-Physiker, promovierte am Fraunhofer ISE über Photovoltaik, war ab 2009 in der Photovoltaik-Industrie tätig und ist seit 2012 Professor für Erneuerbare Energien an der Hochschule Offenburg.
Er ist seit 2018 zweiter Vorsitzender des Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V., der zusammen mit vielen, darunter auch prominenten Einzelklägern und dem BUND eine Verfassungsbeschwerde eingereicht hat, um die Grundrechte auf Leben, Gesundheit und Eigentum zu schützen, die schon seit Jahren zunehmend durch Hitzewellen und Naturkatastrophen in Deutschland und weltweit geschädigt werden.
Professor Kray versteht es ausgezeichnet, mit erfrischenden, klaren Worten die derzeitige Lage aufzuzeigen und umsetzbare Lösungswege anzubieten, wie auch sein erster Platz bei dem Offenburger Science-Slam im Mai letzten Jahres mit dem Thema „Solarstrom rockt!“ bewies. Es verspricht eine unterhaltsame, hochkarätige Veranstaltung zu werden – und der Eintritt ist frei.

Hier gibt's die Einladung als PDF
Live-Vortrag und Diskussion zum Thema
„Insekten im Stress am Beispiel der Honigbiene“
am Freitag, den 10. Mai 2019 um 20 Uhr im Hotel Rosengarten, Bildstöckleweg, Baiersbronn
In der heutigen Zeit unterliegen Bienen wegen des durch Menschen verursachten Einflusses auf die Umwelt einer weit höheren latenten Belastung als dies noch vor ein paar Jahrzehnten der Fall war. Seit den 80er Jahren hatte die Einschleppung der Varroamilbe aus Südostasien verheerende Folgen auf die Bienen. Monokulturen, Unkrautvernichtung, Schädlingsbekämpfung und Umweltgifte rauben den Tieren ihre Lebensgrundlage, schwächen sie und machen sie anfällig für Krankheiten. Bienen stehen im Live-Vortrag von Imkermeister Richard Graf exemplarisch für die im Rückgang befindliche Insekten- und Artenvielfalt - und was das für die Umwelt und damit für uns bedeutet.
Der Referent, Bio-Demeter-Imkermeister Richard Graf aus Dornhan, kann über 50 Jahre an Erfahrung vorweisen und gilt als Senior mit einer unangefochtenen Kompetenz.
Wir freuen uns auf einen interessanten Abend mit einer regen Diskussion nach dem Vortrag.
Die Veranstaltung ist öffentlich, alle sind herzlich eingeladen.
